Finanzielle Unsicherheit auf hohem Niveau: Was die CRIF-Studie 2026 für das Forderungsmanagement bedeutet

Die Stimmung ist gedrückt: Vier von fünf Deutschen blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft. Das zeigt die aktuelle Studie „Banking on Banks“ des Informationsdienstleisters CRIF, für die 5.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in fünf europäischen Ländern befragt wurden. Das Fazit fällt eindeutig aus: Trotz erster wirtschaftlicher Stabilisierungssignale bleibt die Verunsicherung groß – und sie verändert das Zahlungsverhalten spürbar.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
- 79 % der Deutschen machen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten.
- 38 % rechnen damit, dass ihnen am Monatsende künftig weniger Geld bleibt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 27 % im Vorjahr.
- 18 % befürchten, ihre Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlen zu können.
- 51 % planen, ihre Ausgaben zu kürzen. Als Hauptgründe nennen 65 % steigende Lebenshaltungskosten und 60 % höhere Ausgaben für Lebensmittel.
Als größte Risiken für ihre finanzielle Zukunft sehen die Befragten die Inflation (52 %), den Krieg in der Ukraine (40 %), die Konflikte im Nahen Osten (40 %) sowie eine mögliche Verschlechterung der EU-USA-Beziehungen (33 %).
Was das für das Forderungsmanagement bedeutet
Besonders aufschlussreich sind die veränderten Zahlungsmuster: 17 % der Deutschen nutzen häufiger „Buy Now, Pay Later“-Angebote, 14 % haben Rechnungen bereits verspätet beglichen, und 15 % greifen auf ihre Ersparnisse zurück, um laufende Kosten zu decken.
Die Botschaft dahinter ist klar: Zahlungsverzögerungen sind für einen wachsenden Teil der Bevölkerung kein Einzelfall mehr, sondern ein bewusstes Mittel zur Steuerung der eigenen Liquidität. Zahlungsausfälle entstehen dabei seltener aus fehlender Zahlungsbereitschaft als aus echten finanziellen Engpässen.
Für Gläubiger heißt das: Ein frühzeitiges Mahnwesen, individuelle Zahlungsvereinbarungen und ein lösungsorientierter Umgang mit Schuldnern sind heute wichtiger denn je – um Liquiditätsausfälle zu minimieren und zugleich tragfähige, nachhaltige Einigungen zu erzielen.
Fazit
Hohe Lebenshaltungskosten, geopolitische Unsicherheit und ein verändertes Zahlungsverhalten stellen Unternehmen vor wachsende Herausforderungen im Forderungsmanagement. Wer frühzeitig handelt und auf professionelle Unterstützung setzt, schützt seine Liquidität – und wird zugleich seiner Verantwortung gegenüber Schuldnern gerecht.
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Quelle: CRIF, „Banking on Banks“ (2026), Befragung von 5.000 Verbrauchern in Deutschland, Irland, Italien, Polen und Großbritannien.